Projekt: Artenhilfsmaßnahmen für den Kiebitz in der Feldflur

Partner: Landschaftspflegeverband Altötting

Noch vor 50 Jahren war der Kiebitz ein Allerweltsvogel. In Deutschland ist die Art mittlerweile  als Brutvogel stark gefährdet. Gründe dafür sind unter anderem der flächendeckende Lebensraumverlust.

Kiebitze benötigen offenes, flaches und feuchtes Grünland,, also Wiesen, Weiden und Überschwemmungsflächen. Seit einiger Zeit sind sie verstärkt auf Feldern und Äckern mit z.B. Mais oder Sommergetreide zu beobachten; besonders dort, wo Grünland und Äcker eng verzahnt sind. Der Kiebitz ist ein Kurzstreckenzieher. Ankunft am Brutplatz ist im Februar/März, der Abzug von Brutplätzen bereits wieder im Juni oder eher (zunächst Nichtbrüter und erfolglose Brutvögel).

An Stellen mit niedrigem Bewuchs legt er eine flache Nestmulde an.

Das Gelege besteht meist aus vier ovalen, olivbraunen schwärzlich gefleckten Eiern. Er brütet oft in lockeren Kolonien von zwei bis zehn Paaren. Die Brutdauer beträgt 26 bis 29 Tage. Die Küken sind Nestflüchter und können mit 35-40 Tagen fliegen. Bei Verlust der ersten Brut erfolgt meistens ein Nachgelege.

Das Projektkonzept ruht auf 2 Säulen:

Erfassung der Brutstandorte, Darstellung geeigneter Flächen, Entwicklung von Maßnahmen, Kontaktaufnahme mit Grundeigentümern , allgemeine Infoveranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit (Presse)

Besucherinformation über attraktive „Eitafeln“.

Der Kiebitzschutz soll so im Denken und Handeln der Landwirte festverankert werden.

Dieses Projekt soll einen konstruktiven Beitrag leisten, der derzeit sehr negativen Entwicklung für die Lebensraumsituation des Kiebitzes entgegenzuwirken. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit und  Beratung der Bewirtschafter hofft der LPV auf eine langfristige Verbesserung der Lebens-bedingungen auf breiter Ebene.

Auch durch die oben schon genannte Vorbildfunktion für nachfolgende Projekte kann dieses Ziel erreicht werden.

Für den Landwirt muss aber auch ein finanzieller Ausgleich für die evtl. notwendigen Bewirtschaftungseinschränkungen  bereitgestellt werden.

Wenn beispielsweise der Acker erst bewirtschaftet werden  kann, nachdem der Kiebitz seine Jungen erfolgreich ausgebrütet hat, so soll dafür ein finanzieller Ausgleich geleistet werden.

 

 

Kiebitz-Blänke (Wasserstelle)

Nest mit Kiebitzeiern

Kiebitze auf weiter Flur

Kiebitze in der Nähe der Wasserstelle

Kiebitze

Hiweisschild "Ei-Tafel"

Projekt: Schwalbenhotel auf dem Gelände der "Lernwerkstatt Natur" in Klugham

Partner: Jagdschutz und Jägerverein e.V., Kreisgruppe Altötting

Schwalben gelten als Glücksbringer. Häuser, an denen sie brüten, sind nach dem Volksmund vor Unwetter geschützt.

Und dennoch werden die Singvögel immer seltener gesichtet. Durch den modernen Haus- und Stallungsbau mit flachen Dächern und glatt verputzten Fassaden, durch abgeschottete Stallungen und veränderte Landwirtschaft schwinden Nistmöglichkeiten und auch Nahrungsquellen für Rauch- und Mehlschwalben, Mauersegler und Fledermäuse stetig. 

Das von der Gerhard und Ellen Zeidler-Stiftung finanzierte Schwalbenhotel bietet diesen Tieren Nistplätze. An seinem Standort auf dem Gelände der Lernwerkstatt Natur in Klugham bei Kastl ist es in eine von Teichen und Feuchtbiotopen geprägte Landschaft gebettet, die den Tieren Nahrung in Form von vielen Insekten garantiert. Erbaut und gepflegt wird das Schwalbenhotel durch den Jagdschutz- und Jägerverein Altötting e.V.

Projekt: Lebensraum Acker - Artenhilfsmaßnahmen für Feldlerche & Co

Partner: Landschaftspflegeverband Altötting

Feldhühner wie Rebhuhn, Wachtel oder Fasan benötigen den Insektenreichtum blühender Wiesen und Getreidefelder, um ihren Küken eiweißreiche Nahrung bieten zu können. Feldhasen bleiben durch die Vielfalt der Kräuter in den Wiesen und den Bracheflächen gesund. Ihnen allen wird durch den Umbruch der Wiesen und das Schwinden von extensiv genutzten Getreidefeldern oder blühenden Ackerrandstreifen zunehmend die Lebensgrundlage entzogen. Die dramatischen Bestandseinbrüche vieler dieser Tierarten sind ein alarmierendes Signal.

Aufgrund des immer größer werdenden Druckes auf die bestehenden landwirtschaftlichen Flächen ist es notwendig, gerade auch im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen Modelle für den Lebensraum Acker zu entwickeln, die es ermöglichen, gezielt Artenhilfe auf Ackerflächen zu betreiben und gleichzeitig die Fläche als Produktionsfläche zu erhalten.

Der Landschaftspflegeverband Altötting konnte sechs Landwirte gewinnen, ihre Grundstücke für Maßnahmen zum Schutz der Feldbrüter zur Verfügung zu stellen. Bis jetzt konnten so rund acht Hektar Land für den Artenschutz genutzt werden. Durch die gemeinnützige Förderung der Gerhard und Ellen Zeidler-Stiftung konnte hier sehr dynamisch und kreativ geplant und gestaltet werden. Es wurde nicht nach einem einheitlichen Schema gearbeitet, um auch Vergleichsmöglichkeiten zu haben.

Neben Stoppelbrache nach der Getreideernte von Juli bis April durch Belassen der Spreu sowie flächendeckenden Blühbrachen wurde auch eine Fläche gezielt nur zu 50 % mit der üblichen Blühsaat (Bienenweide) angesät. Grundsätzlich waren alle Flächen ein Magnet für das Niederwild und natürlich auch Insekten, was gerade auch im Winter durch Spuren bei Schneelage dokumentiert werden konnte. Am beeindruckendsten waren die Beobachtungen auf einer kleinen Fläche in Siedlungsnähe. Hier wurde eine Ackerfläche mit nur mit der halben Saatmenge (Bienenweide) angesät, so dass sich eine lückenhafte Struktur entwickelte. Bereits im Erstellungsjahr siedelten sich Rebhühner an, die auch erfolgreich brüteten. Die Kette wurde auch im Winter beobachtet und ist aktuell im Frühjahr 2015 präsent. Besonders bemerkenswert ist die Beobachtung eines Braunkehlchenpaares in dieser Fläche Ende April 2015. Die derzeit bestehende Situation in der Fläche entspricht sehr gut den Habitatsansprüchen des Braunkehlchens, das in Bayern auf der "Roten Liste 2" steht und für das es im Landkreis Altötting derzeit keinen Brutnachweis gibt. Es zeigt sich, dass auch kleinere Flächen für Feldbrüter und Begleitarten eine hohe Attraktivität besitzen. wenn die Lage entsprechend gewählt wird (z.B. nicht direkt an Wegen und Waldrändern).

Diese Erkenntnisse möchte der Landschaftspflegeverband etablieren. Viele kleine Flächen auf größeren Raum verteilt haben nach den aktuellen Beobachtungen einen größeren Effekt, als eine große, aber letztendlich isolierte Fläche.

Projekt: Sicherung der laufenden Kosten des Tierheims Waldkraiburg (Überbrückungszuschuss)

Partner: Tierschutzverein Waldkraiburg und Umgebund e.V.

Projekt: Info-Mobile Artenschutzbotschafter

Partner: Tierpark Hellabrunn

Mit dem "Info-Mobil Biodiversität" erläutert der Tierpark Hellabrunn mit Hilfe vielfältiger Anschauungsmaterialien Themen wie "Wilderei und illegaler Artenhandel", "Heilkraft aus der Natur" oder der "Konflikt zwischen Mensch und Wildtier". Dabei geben die ehrenamtlichen Artenschutzbotschafter praktische Alltagstipps, zum Beispiel zu erlaubten und ökologisch nachhaltigen Urlaubssouvenirs oder zum Einkauf von fair gesammelten Heilpflanzen.

Beim "Info-Mobil Polarwelt" dreht sich alles um die Tiere der Polargebiete, die polaren Lebensräume und den Einfluss des Menschen auf diese einzigartigen Lebensräume. Im Mittelpunkt stehen dabei der Eisbär, stellvertretend für die Tiere der Arktis, sowie der Königspinguin als Vertreter der Antarktis. Mit verschiedensten Anschauungsmaterialien begeistern die Artenschutzbotschafter für diese faszinierenden Tierarten und erklären interessierten Besuchern, warum der Klimawandel eine massive Bedrohung für die polaren Lebensräume darstellt.

Projekt: HOBOS HoneyBee Online Studies - unterrichtsnahe Bienenforschung für Schüler, Studenten und Lehrer

HOBOS steht für HoneyBee Online Studies und ist eine bislang weltweit einmalige Lehr-, Lern- und Forschungsplattform im Internet (www.hobos.de). Schulen aller Schularten und Schüler aller Altersstufen sowie Universitäten können kostenlos auf diese Plattform zurückgreifen und in den Schulunterricht einbauen. HOBOS umfasst ein Bienenvolk, das mit modernster Messtechnik und Kameras ausgestattet ist, sowie eine dazugehörige Umweltmessstation.

Um den Einsatz von HOBOS an Schulen zu erleichtern, erarbeitet das HOBOS-Team kontinuierlich Unterrichtsblocks, die durch die Nutzer aus dem Internet abgerufen werden können. Alle Messwerte und Videos werden sowohl live ins Internet übertragen als auch im Archiv gespeichert und sind über einen mindestens 10jährigen Zeitraum abrufbar. Seit 2009 läuft das System in seiner jetzigen Form stabil, die ersten Gehversuche wurden schon im Jahre 2005 gestartet. Lehramtsstudenten aller Schularten erstellen im Rahmen ihrer Zulassungsarbeiten Lerneinheiten für HOBOS und wirken als HOBOS Botschafter in ihren Schulen während der Praxiseinsätze. Durch die Errungenschaft der modernen Technik ist es erstmals möglich, ein Bienenvolk völlig ungestört zu beobachten und sein Verhalten im Jahresverlauf zu analysieren. Bereits nach 2 Tagen Betrieb konnte man eine neue Schlafhaltung bei Honigbienen beobachten, welche noch nie vorher gesehen wurde. Mit HOBOS wollen wir die Art und Weise des Lernens ins 21. Jahrhundert überführen, weg vom klassischen Frontalunterricht, hin zu aktiver Mitgestaltung der Unterrichtsstunden durch die Schüler selbst. Darüber hinaus werden schon die Jüngsten spielerisch an Naturwissenschaft und Technik herangeführt und das Interesse am Lernen geweckt. Auch im Studium ist HOBOS bereits ein fester Bestandteil. Die durch den Bolognaprozess hervorgerufenen Änderungen im Curriculum lassen aufwändige Freilandversuche mit Bienenvölkern aus Zeitgründen nicht mehr zu. Hier greift HOBOS ein und versorgt Studierende und Forscher mit wissenschaftlich relevanten Daten auch ohne vorher eine Fragestellung festgelegt zu haben.

HOBOS hat bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten: durch das BMBF, die UNESCO, die DFG und viele mehr. Der Ausbau weiterer HOBOS-Standorte in Würzburg und Aura a.d. Saale sind insbesondere durch die Unterstützung der Gerhard und Ellen Zeidler-Stiftung geplant.

HOBOS war auf Einladung auf der Weltausstellung EXPO 2015 in Mailand ab dem 1.Mai 2015 mit einem kleinen Beitrag im deutschen Pavillon vertreten und hatte im Pavillon von Jordanien, der Heimat der HOBOS-Schirmherrin, 40 % des Raumes belegt. Dort ist auch ein kleiner Film in Endlosschleife gelaufen. https://www.youtube.com/watch?v=iuDwGY_Krn8

Seit April 2017 ist nun das Buch "Die Honigfabrik" read-n-go.de/honigfabrik/ https://literaturtest.de/newsletter/pm/170209_die_honigfabrik_guetersloher.html im Handel erhältlich.

Hierzu das Interview im BR 1 Radio mit dem Bienen-Experten Prof. Dr. Jürgen Tautz http://www.br.de/nachrichten/unterfranken/buch-bienenexperte-juergen-tautz-100.html

 

Copyright HOBOS

Copyright HOBOS

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Projekt: Gehege-Beschilderung

Partner: Tierpark Hellabrunn

Nach dem Motto "Nur was man kennt, kann man schützen" wurden im Tierpark Hellabrunn elf wichtige Gehege-Beschilderungen angebracht.  Sechs Gehege-Schilder dienen zur Vorstellung von Tierpersönlichkeiten, wie die Eisbären, Elefanten, Schimpansen, Gorillas, Orang-Utans und Löwen.

Vier weitere Schilder werden an der neuen Humboldtpinguin-Anlage, der Giraffensavanne, der Südamerika-Anlage und der Außenanlage der Przewalskipferde angebracht.

Da nicht nur vom Aussterben bedrohte, sondern auch viele einheimische Tiere in Hellabrunn ein Zuhause finden, wurde auch für das neue Insektenhotel eine Beschilderung angebracht.

Projekt: Tierbeobachtung: Schüler helfen Wissenschaftlern / Weisstorch

Partner: Max-Planck-Institut für Ornithologie

Die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Radolfzell untersuchen in dem Forschungsprojekt „Zugverhalten des Weißstorchs (Ciconia ciconia)“ mit Hilfe der Besenderung von Jungstörchen mit modernsten „Fahrtenschreibern“, die täglich den Aufenthaltsort jedes einzelnen Tieres melden, die Frage, welche Population sich für welche Zugroute entscheidet.

Nehmen die Störche ab Mitte August auf ihrem Langestreckenzug in die afrikanischen Überwinterungsgebiete den östlichen Weg über den Bosporus oder die westliche Route über Spanien? Sind Umweltfaktoren wie der Klimawandel für die Zugwege und Überwinterungsgebiete von Bedeutung und welche Auswirkungen hat dies auf den Bruterfolg?

Für die Wissenschaftler ist es besonders interessant, auch die Zugwege bayerischer Störche zu untersuchen, da hier ein spannendes Phänomen vorliegt: Diese Störche ziehen sowohl über die Ost- als auch die Westroute, es gibt hier einen Mischbereich. Anhand einer Storchenpopulation bei Bamberg wird genauer untersucht, weshalb ein Individuum sich für eine bestimmte Route entscheidet. Durch die Korrelation der einzelnen Entscheidungen der Störche mit z.B. Umweltvariablen können Rückschlüsse auf die Entscheidungskriterien der Störche gezogen werden.

Projekt: Fledermaushotel in Obermoosham

Partner: Wildland-Stiftung Bayern

Im Dachgeschoss und an der Außenfassade des Fledermaushotels wurden gezielt Fledermauskästen und ein Insektenhotel angebracht. So haben heimische Wildtiere wie Wildbienen und Fledermäuse die Möglichkeit, eine neue Heimat zu finden.

Im Fledermaushotel kann eine interaktive Ausstellung rund um das heimische Wild und speziell zum Thema Fledermäuse besucht werden. Treffpunkt Wildland veranstaltet hier jedes Jahr Schul-Projekte und Ferienprogramme.

Nähere Informationen finden Sie auf der Homepage unter www.treffpunkt-wildland.de oder www.wildland-bayern.de

 

 

Projekt: Beschäftigungsmaterial für Menschenaffen

Partner: Tierpark Hellabrunn

Die Tierpfleger des Tierparks Hellabrunn bemühen sich, mit vielfältigen Beschäftigungsmaßnahmen für einen abwechslungsreichen und entspannten Alltag ihrer Menschenaffen zu sorgen. Dazu gehören neben Spielzeugen auch das Verstecken des Futters und der Einsatz von Materialien wie Kartonagen, Holzwolle etc.

Zusätzlich zu diesem "Behavioral Enrichment" ist eine vielfältige Gehegeeinrichtung dringend notwendig. Dafür werden stabile, langlebige Klettermöglichkeiten, erhöhte Liegeplätze und Rückzugsmöglichkeiten für das Wohl der Menschenaffen benötigt. Mit Unterstützung der Gerhard und Ellen Zeidler-Stiftung konnte die Gehegeeinrichtung verbessert und erneuert werden.

Sitti hat Spaß am Ball

Auch dem Kleinen macht es Freude